Wer sich teure Mieten nicht mehr leisten kann, wird aus den Münchner Innenstadtvierteln verdrängt. Zurück bleibt Wut. Gefährdet das den sozialen Frieden?

Gentrifizierung in München: Wert u. Wut. Die Gentrifizierung zieht Reiche an – und Randalierer.

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 01.12.2017

SZ

Das ehemalige Paulaner-Gelände in der Au: Für die rund 160Eigentumswohnungen, die dort in einem Teilprojekt entstehen, hat die Bayerische Hausbau in dieser Woche eine neue Preisliste an Kaufinteressenten verschickt. Wegen der hohen Nachfrage hat das Unternehmen die Preise, die auf einer früheren Liste noch im September genannt worden waren, um bis zu 15Prozent erhöht. Wie in München die Schere zwischen Arm und Reich auseinander geht, hat diese Liste in diesen Tagen eindrücklich illustriert. Nur wenige Tage zuvor hatte die Landeshauptstadt ihren neuen Armutsbericht veröffentlicht: Als „arm“ gelten nun nicht mehr 14,7, sondern 17,4 Prozent der Münchner. Rund 45 Prozent der armen Haushalte müssen demnach mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben.

Auf dem ehemaligen Paulaner-Gelände kostet eine 87 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung nun mehr als ein Million Euro, die Quadratmeterpreise bewegen sich zwischen 10 000 und 20 000 Euro. Natürlich kann man auch auf andere Baustellen schauen, um diese erstaunlichen Preise zu finden, etwa auf das historische Gebäude am Auer Mühlbach, in dem das Unternehmen Legat Living alte Gefängniszellen in Luxuswohnungen umwandelt. Ein Ein-Zimmer-Apartment mit 21 Quadratmetern wird auf der Webseite von Legat Living für 295 900 Euro angepriesen.

Macht 14 000 Euro pro Quadratmeter. Hohe Kaufpreise schlagen sich in den Mietpreisen nieder. Wer sich die nicht leisten kann, wird nach und nach aus den Innenstadtvierteln verdrängt. „Man nennt das Gentrifizierung“, sagt Martin Steger und nickt wissend. Seine Firma für Lichttechnik befindet sich neben dem angegriffenen Immobilienbüro im Glockenbachviertel. Seit 1998 hat der 54-Jährige hier seine Werkstatt, knapp zwei Jahrzehnte beobachtet er also die Entwicklung des Viertels, jeden Abend fährt er nach Hause, nach Starnberg.

„Ältere Leute, die wenig Geld haben, verschwinden langsam“

SZ

Hier der ganze Artikel http://www.sueddeutsche.de/muenchen/wohnen-die-gentrifizierung-zieht-reiche-an-und-randalierer-1.3774331

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