2013 – Auch die Bürger reden mit – Öffentlichkeitsbeteiligung Folgenutzung Paulaner-Brauerei

Öffentlichkeitsbeteiligung für die Folgenutzung Paulaner-Brauerei zum städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb

Bürgerwerkstatt am 13.04.2013 – Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung

Die Bürger reden mit – PDF – 58 Seiten

(Teilausschnitt)

3. Ergebnisse

Teilgebiete Regerstraße und Welfenstraße

3.1.1. Hochpunkte, Baukörper, Innenhöfe, Welfenstraße, Identität, zentraler Grünzug, Stadtbalkon (Thementisch 1)

1. Hochpunkte am Kreuzungspunkt Welfenstraße und Regerstraße, in Zusammenhang mit Grünflächen Die Hochpunkte am Übergang Regerstraße und Welfenstraße im Entwurf von Fink+Jocher wurden im Vergleich zur Nachbarbebauung als zu hoch beurteilt. Eine Anregung war die Umverteilung der Baumasse der Hochpunkte auf die angrenzenden Baukörper. Eine weitere Anregung war, die Hochpunkte in ihrer Höhe zu reduzieren zugunsten einer geschlosseneren Bebauung zur Regerstraße, die zudem als Schallschutz für den Park dienen kann.

Eine weitere Meinung war, die Hoch- punkte an dieser Stelle zu erhalten.Sie müssen dann aber sowohl hinsichtlich der Architektur als auch der Nutzung interessant und sensibel gestaltet sein.

Kontrovers wurde diskutiert, ob am Übergang Regerstraße / Welfenstraße ein Platz entstehen kann. Eine Meinung bestand darin, dass an diesem Ort wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der geplanten Trambahnhaltestelle keine Platzbildung möglich sein wird. Wenn aber dort kein Platz entstehen kann, so ein Teil der Bürgerinnen und Bürger, seien dort auch keine Hochpunkte sinnvoll.

Andere meinten, dass das Aufeinandertreffen der beiden Straßen einen prägnanten Ort formen kann, der auch räumlich spürbar sein müsse. Dies wurde als „Heilungschance“ für den bisher nicht gut gelösten Straßenraum Welfenstraße bezeichnet. Eine Platzbildung an dieser Stelle solle trotz der schwierigen verkehrlichen Rahmenbedingungen versucht werden. Plätze, die in Haidhausen bereits bestehen wie z.B. der Bordeauxplatz, sollen hier als Anregung dienen.

Als Nachteil von Hochhäusern wird genannt, dass die erforderlichen großen Abstandsflächen nur als Wiese geplant sind und nicht für andere Nutzungen zur Verfügung stehen.

 

2. Baukörper, Maßstäblichkeit, Nachbarschaften
Bei den Entwürfen von Marcel Meili Markus Peter und Rapp+Rapp wurde begrüßt, dass sie auf einen großen Park verzichten zugunsten einer kleinteiligen Bebauung im menschlichen Maßstab und dadurch ohne Hochpunkte auskommen. Diese beiden Entwürfe ermöglichen aufgrund der Kleinteiligkeit am besten das Bilden von Nachbarschaften. Die geringe Länge der Baukörper und die Parzellierung der Bauten sind für die Anpassung an die Nachbarschaft wichtig. Die differenzierte Höhengestaltung und die Erkennbarkeit einzelner Häuser im Block sind gewünscht.

Zur Lebendigkeit des Quartiers sollen Genossenschaften an den Bauvorhaben beteiligt werden.

3. Innenhöfe

Vorbild für die entstehende Bebauung sollen die Innenhöfe des Ensembles Weilerblock des Bauvereins München, Baujahr 1925-27 sein. Die Innenhöfe der Welfenhöfe in der Welfenstraße, aus dem Jahr 2011/12 wurden hingegen als trist beschrieben und seien kein Vorbild.

Als gut gelöst empfanden einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Maßstäblichkeit der Innenhöfe bei dem Entwurf Rapp+Rapp. Die Grünflächen wirken, gefasst durch die Gebäudekanten, skulptural lebendig und vielfältig. Sie verengen sich zu „Torsituationen“ und weiten sich wieder auf.

4. Welfenstraße

Die Form der Baukörper in den verschiedenen Entwürfen mit den dadurch entstehenden Freiflächen wurde kontrovers diskutiert.

Eine Auflockerung der Straßenfassade und eine interessante Gestaltung der Baukörper durch Strukturierung sind gewünscht. Als eine gute Lösung empfanden einige Teilnehmer den Entwurf von Peter Ebner and friends. Andere 6 hielten dagegen, dass die durch den Gebäudeschwung entstehenden Grünflächen an der Welfenstraße und der Bahnlinie verlärmt und damit kaum nutzbar seien.

Die Welfenstraße selbst ist nicht im Umgriff des Wettbewerbsgebietes. Eine Fortsetzung nach rechtsverbindlichem Bebauungsplan Nr. 1995 mit Grünordnung ist hier geplant. Der Wunsch einer Bürgerin ist die beidseitige Begrünung durch Baumreihen.

5. Unverwechselbarkeit und Identität
Der Schornstein ist ein Zeichen für die Geschichte des Geländes und soll erhalten werden. Die Herbergshäuser sind ebenfalls identitätsstiftend für den Stadtteil
und sollen entsprechend respektvoll behandelt werden. Die neue Bebauung soll mit ausreichendem Abstand oder homogener Geschossigkeit an den Bestand anknüpfen.
Gewünscht wird eine lebendige Fassadengestaltung, die sich an den bestehenden Fassaden im Stadtteil orientiert.

Eine weitere Anregung zur Schaffung von Identität war, die Flachdächer zu überdenken und die Verwendung von Satteldächern statt Flachdächern zu prüfen.

6. Zentraler Grünzug/Park

Die großen Grünflächen wie z.B. bei Fink+Jocher sollen definiert werden und vielfältig nutzbar sein. Eine Gliederung mit Nutzungsmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen ist gewünscht.

Der Park soll ausreichend groß und als „öffentlich“ wahrnehmbar für die Bewohner des ganzen Viertels sein. Es dürfe nicht passieren, dass das vorhandene Grünflächenangebot in Privatflächen zerschnitten sei. Hin- sichtlich dieser Anforderung gefielen die Entwürfe von Marcel Meili Markus Peter und EM2N Architekten.

Der Durchgang von der Regerstraße zur Hochstraße muss bei allen Lösungen gewährleistet sein. Die kleinteilige Gliederung der öffentlichen Grünflächen bei Rapp+Rapp sowie Meili Peter wurde von einigen Bürgerinnen und Bürgern begrüßt, weil angenommen wird, dass der Mensch sich in diesen Raumdimensionen wohl fühlt.

7. Stadtbalkon

Die Windverhältnisse sollen bezüglich eines Grünzuges von der Hochstraße zur Regerstraße hin geprüft werden. Hier bestehen Befürchtungen einiger Bürgerinnen und Bürger vor einer ungemütlichen Windschneise.

Das Offenhalten des Stadtbalkons wie bei Fink+Jocher gefällt und hat den Vorteil der Erlebbarkeit der Herbergs- häuser von beiden Seiten.

8. Persönliche Statements an Planungsbüros und Ausloberin
Die Teilnehmenden wurden abschließend gebeten, Ihre Empfehlungen
auf Karten selbst niederzuschreiben, damit ihre Meinung unverfälscht weiter gegeben werden kann. Die nachfolgenden Statements sind Abschriften der Karten und daher ohne Veränderung dokumentiert.

– Kleingliedrigkeit, ortsübliche Architektur, an Au und Haidhausen anpassen (nicht unter- aber auch nicht überordnen), Plätze schaffen wie z.B. den Weißenburger Platz; – öffentliche wie private Plätze gestalten z.B. an der Regerstraße/Welfenstraße – Akzente setzen. Differenzierte Architektur und Städtebau sowie differenzierte Höhenentwicklung. Mc Donalds entfernen. Architektur: z.B. Satteldächer, Arcaden, differenzierte Fassaden. Ein vorbildlicher Stadtteil wird gelingen!

– Guter Entwurf von Fink+Jocher. Verbesserungsvorschläge:
Die beiden Hochpunkte an der Regerstraße sollen reduziert werden. Das verlorene Baurecht soll dadurch kompensiert werden, dass die beiden Hochpunkte aufeinander zubewegt werden. Dadurch entsteht auch ein zusätzlicher Lärmschutz für den Park. Der Übergang zur Nachbarbebauung im Norden soll etwas abgeflacht

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